Diabetestherapie

In der endokrinologischen Abteilung werden pro Jahr mehr als 4.500 Kinder und Jugendliche mit hormonellen Störungen betreut, davon rund 200 Patienten mit Diabetes.

Beim Diabetes mellitus Typ 1 ist in der Regel von Beginn an eine Behandlung mit Insulin-Injektionen erforderlich. Nach Erkrankungsausbruch werden die Kinder und Jugendlichen ggf. zusammen mit ihren Eltern auf unserer Diabetesstation aufgenommen. Hier erfolgen die Ersteinstellung der Medikamente und die ausführliche Schulung der Kinder und Eltern. Die anschließende Behandlung wird in regelmäßigen Abständen ambulant vorgenommen. Wesentlicher Bestandteil dieser Behandlungen sind körperliche Untersuchungen und Laborkontrollen (insbesondere die HbA1c-Messung). Die Kinder, Jugendlichen und ihre Eltern werden individuell beraten zu Themen wie Klassenfahrt, Urlaubsreise, langem Ausschlafen am Wochenende, Verhalten bei Disco- oder Restaurantbesuch etc.

Für die Ernährungsberatung stehen Diätassistentinnen zur Verfügung. Bei individuellen Problemen oder Konflikten in der Familie können pädagogische und psychologische Mitarbeiter hinzugezogen werden. Darüber hinaus werden auch stationäre Diabetesschulungen angeboten zur Vertiefung des Erlernten, Krankheitsakzeptanz, Insulintherapie-Umstellung oder -Korrektur, aber auch zur Umstellung auf eine Insulinpumpentherapie, welche die Insulinspiegel eines Gesunden am besten nachahmt. In unserer Abteilung sind zurzeit etwa die Hälfte der Kinder und Jugendlichen auf eine Insulinpumpe eingestellt, mit steigender Tendenz. Altersgerechte Diabetes-Schulungskurse werden regelmäßig für Jugendliche und Grundschulkinder durchgeführt.

Zudem wird das ambulante Programm „Obeldicks“ für Kinder und Jugendliche mit starkem Übergewicht angeboten. An diesem Programm, das sich über ein Jahr erstreckt, sind neben Kinderärzten auch Psychologen, Ernährungswissenschaftler, Diätassistentinnen und spezielle Bewegungstherapeuten beteiligt. Bevor ein Kind oder Jugendlicher in dieses Programm aufgenommen wird, muss eine Grunderkrankung in der endokrinologischen Sprechstunde ausgeschlossen werden.