Bericht über wissenschaftlich bearbeitete Projekte in der Abteilung Pädiatrische Radiologie,
Sonographie und Magnetresonanztomographie
MRT: Studiendurchführung Dr. Reckels, Studienleitung Dr. Wunsch
Thema: die CISS-3D-Sequenz (constructive interference in steady state) bei der Evaluation zystischer intrazerebraler Prozesse im Kindesalter.
Hierbei ging es darum, die Wertigkeit dieser Untersuchungstechnik in der diff.-diagnostischen Abklärung zystischer Prozesse aufzuarbeiten. Hierzu wurde bei allen Patienten mit zystischen intrazerebralen Raumforderungen ein Untersuchungsprotokoll entworfen. Dieses umfasste axiale T1- und T2-gewichtete Schichten, koronare Flair, Diffusion, ADC, CISS-3D und MPR nach Kontrastmittelgabe. Die Auswertung erfolgte durch zwei unabhängige erfahrene Kinderradiologen und wird auch derzeit von zwei Kinderradiologen durchgeführt. Beurteilt werden Visualisierung, Größenausdehnung, liquorintense Isointensität bzw. Hyperintensität als Entscheidungshilfe zur Diff.-Diagnostik Arachnoidalzyste, Epidermoid versus Megacisterna magna.
Die Sequenzparameter betragen TR 13 ms, TE 5,9 ms, FA: 80 Grad,
Schichtdicke x 0,7 mm x 50 x 256. Es handelt sich hierbei um eine Variante der True Fisp bzw. Grass bzw. FAST-Sequenz. Wir sehen die Vorteile in einer deutlichen
Differenzierung zwischen Liquor und soliden Strukturen sowie einer 3-D-Visuali-sierung. Weiterer Vorteil der Sequenz ist eine hohe Auflösung im Submillimeterbereich bei gutem Signal zu Rauschverhältnis.
Vorläufige Ergebnisse: Die CISS-3D-Sequenz ermöglicht als beste der Sequenzen einen Nachweis der aufgespaltenen Blätter der Arachnoidea. Sie zeigt eine Hyperintensität im Vergleich zum umgebenden Liquor, bedingt durch ein hohes T2-Signal bei Flüssigkeit in abgeschlossenen Räumen, bedingt durch Verlust der Phasenkohärenz der sich bewegenden Protonen im umgebenden Liquor. Gefäße werden von den
arachnoidalen Blättern umschlossen (Azygoszeichen), diese werden deutlich abgebildet. D.h., in der diff.-diagnostischen Abklärung spielt die CISS-3D-Sequenz zusätzlich zu Flair und Diffusion und ADC eine wichtige Rolle. Insbesondere die Visualisierung und Bestätigung der Arachnoidalzyste durch Darstellung der umgebenden Blätter erscheint möglich.
Vorabergebnisse: publiziert als Supplement im Radiologen, Vortrag auf der Jahrestagung der GPR in Bonn 2005.
Studienpartner: Prof. Aksu, Chefarzt der Abteilung Neuropädiatrie der Vestischen Kinder- und Jugendklinik Datteln
Ultraschallthemen: Studiendurchführung Dr. Wunsch, Studienleitung Dr. Wunsch
Thema: Auswertung von Dünndarminvaginationen
Dünndarminvaginationen stellen unserer Meinung nach oft übersehene Ursachen für Bauchschmerzen im Kindesalter dar. Seit man routinemäßig den Darm mittels hochauflösendem Linearschallkopf untersucht, findet man zunehmend Dünndarminvaginationen. Hauptsächliche Überweisungskriterien waren Bauchschmerz, Unruhe und Schreiattacken. Im Vergleich zur ileocolischen Invagination finden wir die Dünn-darminvagination zunehmend häufiger (Verhältnis etwa 6:4). Die Dünndarminvaginationen haben einen kleineren Durchmesser, 3 cm ileocolisch versus 1,7 cm Dünndarm. Die Dünndarminvaginationen scheinen in Abhängigkeit von der Klinik meistens keine spezielle Therapie zu benötigen. Begleitend wurden immer Lymphknoten mesenterial mit einem Durchmesser von > 1 cm festgestellt. Jungen sind häufiger betroffen als Mädchen. Erste Ergebnisse wurden vorgestellt auf der Jahrestagung der GPR in Groningen 2004. Klinischer Kooperationspartner Herr Dr. Seul, Abteilung Pädiatrie (Gastroenterologie).
"Mikrosonographie" Optimierung der Messung und Darstellung von Strukturen, die dünner als 1 mm sind
Studiendurchführung: Dr. Wunsch, Studienleitung Dr. Wunsch
Optimierung von Ultraschallmessungen im ultradünnen Bereich von Dicken <1 mm.
Hierzu wurden zunächst Untersuchungen der Intima-media-Dicke, welche ein verlässliches Zeichen für frühe arteriosklerotische Veränderungen darstellen, bei gesunden und übergewichtigen Kindern unserer Obeldicks-Sprechstunde durchgeführt. Die Normwerte wurden korreliert mit klinischen und Laborparametern. Zahlreiche Ergebnisse wurden mittlerweile publiziert. Nach zur Verfügungstellung neuer Ultraschalltechniken wie Speckle Reduction Imaging und Cross Beam Imaging wurden nun Verfahren verglichen. Hierbei wurden In-vitro-Messungen durchgeführt, für die eine feinmechanische Werkstatt Phantome entwickelte mit einer Dicke von 0,3 mm, d.h. dem Dickenbereich, welcher der dünnsten gemessenen Intima-media-Schicht entspricht. Die verschiedenen Verfahren wurden hinsichtlich ihrer visuellen Darstellbarkeit bewertet. Des weiteren wurde die Genauigkeit der unterschiedlichen Untersuchungsparameter in Abhängigkeit vom Verfahren beurteilt. Untersucht wurden fundamentaler Schall versus Tissue Harmonic Imaging versus Speckle Reduction Imaging versus Cross Beam Imaging. Zusätzlich wurden Einstellungsparameter auf die Genauigkeit beurteilt. Dazu gehören Echoverstärkung, Echounterdrückung, deren Einflüsse werden derzeit ausgewertet. Für den ersten Teil der Studie wird der Wissenschaftspreis 2005 der Fachgesellschaft der GPR verliehen.
Kooperationspartner: Herr PD Dr. Reinehr